frz polynesien - raiatea
jetzt bin ich in der französisch sprechenden welt agekommen - und auch wieder in der welt der rechts-fahrer ...
in tahiti wo ich am abend ankomme und erst am nächsten morgen nach raiatea fliegen kann schüttet es von der ersten bis zur letzten minute badewannenartig. ein solchen regen über viele stunden habe ich bisher noch nicht erlebt, man fühlt sich mehr "im wasser", als dass es von oben kommt. erstaunlich dass man da noch fliegen kann. zumindest entsprechend ruppig ist auch der an- und abflug. mehr wie mit 100 kmh über einen feldweg als durchs wasser gleiten ....


raiatea wird "die heilige insel" genannt. sie ist - auch im bewusstsein der heutigen polynesier - das kultische zentrum des gesamten polynesischen raumes, eines raumes fast so gross wie die halbe erde und damit des flächenmässig grössten kulturraumes der erde. taputapuatea ist das zentrale mysteriengelände an der ostküste auf dem sich mehrere grosse marae befinden. marae sind vergleichbar den germanischen "thing"-plätzen, orte der versammlung, gerichtsbarkeit und der kultischen rituale.
ständiges wettergeschehen zum zuschauen ...
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reste eines marae mitten im urwald ... darüber die anlage von taputapuatea ....



insgesamt soll es über 200 marae auf der insel geben - unglaublich was da alleine an steinen in alter zeit bewegt wurde. und viele marae sind in absolut unwegsamem gelände, hoch oben am berg oder dazwischen, heute irgendwo im urwald verborgen. mit marie, meiner zimmerwirtin, die mal mit einem schamanen der insel zusammen war, erkunde ich einen dieser vollkommen überwucherten heiligen orte.
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raiatea ist ansonsten nahezu frei von tourismus. in der propellermaschine von tahiti steigen bei dem zwischenstop in bora bora nahezu 90 % der leute aus, jedenfalls alle touristen aus europa. daher ist raiatea, vor allem verglichen mit tahiti, borabora und moorea, ziemlich still und verschlafen. und noch verhältnismässig originär - obwohl der französische einfluss schon sehr stark ist. mein eindruck ist, dass das französische element die polynesische lebensweise etwas stresst. ein bisserl wie ein strenger lehrer, der versucht dem schüler das spielen auszutreiben und ihn mit angeblich notwendiger perfektion nervt ...



