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neuseeland 1 südinsel

das grösste passagierflugzeug der welt, die a380, bringt mich in etwa 3 stunden von sydney nach christchurch. neuseeland besteht ja im wesentlichen aus 2 in etwa gleich grossen inseln, wovon auf der nordinsel 3x soviel menschen wie auf der südinsel leben (aber immer noch relativ wenig).

ich werde die ersten 2 wochen auf der südinsel verbringen, dann mit der fähre auf die nordinsel übersetzen und dort ebenso lange sein.

christchurch ist die grösste stadt der südinsel - man verbindet sie jetzt vor allem mit den anschlägen vom märz 2019.

die stadt selbst ist völlig uninteressant, wie ich feststellen musste, schachbrettartig angelegt mit völlig uninspirierten bauten, sieht man von einigen wenigen etwas älteren ab, dazwischen brachflächen (österr.: gstettn) und verfallene industriegebäude. bestenfalls zum einkaufen eignet sie sich, wenn man danach 3 wochen in die neuseeländische wildnis verschwinden möchte.

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die bimmelbahn die man da offensichtlich dafür angeschafft hat etwas flair zu zaubern bringts auch nicht so wirklich.  immerhin ganz lustig - sie fährt sogar durch ein kleines einkaufszentrum ... das wär vielleicht auch mal ne idee für wien - eine mausibahn durch die lugnercity !!! ...

unten rechts ebenso netter wie sinnloser versuch stimmung ins stadtbild zu bringen ...

anflug auf die neuseeländische westküste und die dahinter liegende erste bergkette der neuseeländischen alpen ...

... und etwas später über die 2. kette

in christchurch

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was zum anhören ...

da ich nun von christchurch aus neuseeland erkunden möchte - das mache ich natürlich mit "links" - ist es zeit euch meine route vorzustellen und mich darüber auszulassen, warum ich all das mache ...  während es zu letzterem ein soundfile gibt ( rechts auf den pfeil klicken), was ihr anhören könnt oder auch nicht (dauert knapp 15 minuten) - gibt es zu ersterem eine übersichtskarte. zumindest gibt die meine planung wieder. wegen der hiesigen sommerferien und meiner unkenntnis der gegebenheiten hat man mir dringend geraten, alle übernachtungen vorher zu buchen, was ich dann auch getan habe.  allerdings bröckelt der plan schon etwas und ich werde dinge verändern.

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apropos "mit links" fahren, eigentlich fährt man ja rechts, aber auf der linken strassenseite ... konsequenterweise steht man hier auch auf der rolltreppe links und geht rechts ... eigentlich gewöhnt man sich schnell dran alles spiegelbildlich zu machen und grad bei komplizierteren situationen beim abbiegen oder im kreisverkehr macht es sinn "bildlich zu denken" ....

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am nächsten tag geht es richtung westen, in die berge. "te kohanga"- wie es die waitaha nennen, geburtsplatz (nest) der götter ,"kura tawhiti" wie es die jetzigen maori nennen. hier haben sich laut den waitaha papatuanuku (mutter erde) und ranginui (himmelsvater) verbunden. ausserdem ist es einer der 7 punkte mit denen die waitaha, als sie das land von der osterinsel aus besiedelten, eben dieses mit den sternen verbanden ...

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ich hab mir ein quartier in der nähe gesucht, dachte allerdings, dass es in fussgeh-weite liegt ... in wirklichkeit sinds etwa 15 km, davon etwa die hälfte schlimmste schotterstrasse ... zum glück komme ich nach endlosem staub aufwirbeln - ohne sichtbaren reifenschaden - irgendwo im wald an - in forest lodge ... so eine art neuseelandischer alpenvereinshütte ...

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weiter geht es anschliessend nach westen über 2 pässe zur westcoast, wo ich in greymouth übernachte. hier ist gleich hinter dem motel auch wunderbarer sandstrand, wo man herrlich in der brandung toben kann ...

westcoast:   gilt als rauh und sehr feucht. die nähe der parallel zur küste verlaufenden neuseeländischen alpen bildet eine barriere für die von westen kommenden wolken. auch ich komme in den genuss dieser feuchtigkeit - an den ersten tagen freundlicherweise in der nacht, dann auf der fahrt von fox glacier nach süden bis kurz vor haast schüttend aufs auto ...

ganz an meinem nördlichsten punkt der westcoast, in charleston, noch etwas nördlich von punakaiki, treffe ich den pounamo-man - einem der anerkanntesten fachleute für pounamo. pounamo nennt man die grüne neuseeland-jade und der auch bei den waitaha und den maori eine grosse bedeutung hat. schon vorher habe ich dazu in einem geschäft in punakaiki eine schöne begegnung und eine längere unterhaltung darüber. es ist schön wenn menschen begeistert von einer sache sind ...

in punakaiki gibt es ausserdem noch die pancake rocks zu bestaunen ...

mit neuseeland verbinde ich mittlerweile vor allem diese unglaublich lebendigen, kraftvollen flüsse in ihren breiten kiesbetten - sie durchziehen das land, vor allem hier an der westcoast, wie adern ...

es ist ein paradiesisches land, ein land der fülle - so wirkt es auf mich ... alles ist reichhaltig und üppig vorhanden: berge, wasser, mineralien, pflanzen, fruchtbare böden, weisen ...  es wirkt "liebevoll" -  wie über lange zeit rituell und kulturell bearbeitet - spuren der waitaha ?

und das land klingt .... die steine klingen und überall hört man vögel singen und wasser rauschen ...

ich überquere vor und nach wanaka ein zweites mal die neuseeländischen alpen - wundervolle alpine landschaft, wandertrails, überall spuren von (jetzt schlafenden) ski-gebieten .... später dann, zwischen queenstown und riverton fast schottisch anmutende landschaft mit loch-artigen tiefen seen ... sanft ausklingende hügellandschaft ganz im süden bei riverton - weniger sanft der stürmische wind, der das auto fast von der strasse drängt und in der nacht noch orkanartig zunimmt ... das haus wackelt ....   hier habe ich auch den südlichsten punkt meiner reise erreicht ...

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am parkplatz zu te kohanga befindet sich eine hinweistafel, die alles mögliche zu den felsformationen erklärt. am anfang wird die frage gestellt, ob das natürlichen ursprungs ist oder von menschenhand geschaffen (oder nachgeholfen) wurde - um zu der "erleichternden" erkenntnis zu kommen, dass doch alles nur ergebnis geologischer prozesse ist.  irgendwie wird mir deutlich wie gross die angst ausschliesslich-intellektuell- naturwisschaftlich-denkender menschen ist, es könne vielleicht doch eines tages herauskommen, dass hinter allem etwas steckt, was nicht messbar, zählbar, wiegbar ist.  egal ob man das dann gott, universum, geistige welt oder sonstwie nennt. schreckliche vorstellung !!!

auch wenn te kohanga tatsächlich ergebnis natürlicher prozesse ist: was heisst das denn schon ?  die welt ist auch nach meiner meinung beseelt und orte sind nicht nur anhäufungen von materie.  die alten kulturen haben das oft viel besser erfasst was an einem ort wirklich lebt, es aber in bildern beschrieben ...

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am nächsten tag besuche ich noch einmal te kohanga ... und habe da eine interessante begegnung mit 5 leuten, non-verbal, aber sich gegenseitig wahrnehmend ... denn genau da, wo für mich das zentrum der kraft liegt (gar nicht da wo die meisten touristen sind) und ich eine "innere reise" machen möchte, ist die ganze zeit auch diese gruppe. der älteste von ihnen sitzt eine ganze zeit reglos auf dem punkt der kraft und verhält sich sonst auch wahrnehmend und respektvoll. die jüngeren - 2 frauen und 2 männer - pendeln zwischen respektvoller wahrnehmung und albern ... als ich dann um die einige 100m breite felsformation herum richtung parkplatz gehe, kommen sie von der anderen seite herum und gehen neben mir zum parkplatz. ich frage mich ob das waitaha sind ... aber irgendwie ist nicht die stimmung zu fragen ...

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von riverton nach blenheim - vom südlichsten punkt meiner reise die ganze ostküste der südinsel entlang nach norden ....

nun gehts wieder "aufwärts". nach norden ... ich bin überrascht wie vielfältig die landschaft unten im süden und dann bis dunedin ist ... sehr hügelig.  in dunedin wohne ich b&b bei zwei deutschen, die es hierher verschlagen hat. den nächsten tag fahre ich dann die grösste etappe überhaupt - weil ich meine pläne ändere und gleich direkt nach kaikoura fahre, um mal 3 nächte an einem ort sein zu können. das tägliche wechseln ist anstrengend - andererseits auch schön. und irgendwie gehört das auch zu mir - vom ganzen zum einzelnen: mir ist wichtig ganz neuseeland zu "umgreifen", einen gesamteindruck zu bekommen, die veränderung der landschaften wahrzunehmen. auch damit fühle ich mich den waitaha nahe, die es bei ihrer besiedlung ähnlich gemacht haben ... und die strecke von dunedin nach christchurch ist auch nicht so abwechslungsreich wie die bisherigen landschaften: eher flaches land mit vielen landwirtschaftlich genutzten flächen ...

längeren halt mache ich nur etwas nördlich von christchurch, am mächtigen fluss nga wai o te hukarere, wo der mythische held maui den bug des waka (bootes) mit der erde und den sternen verband und die waitaha neuseeland, von der osterinsel kommend, betraten.  jetzt stehen dort fischer (viele maori) und werfen ihre angeln nach lachsen aus.

kaikoura bietet whale-, delfin- und orca-watching aus boot und flugzeug - grund ist dass hier das meer schnell besonders tief abfällt, wodurch sich sehr fischreiche gründe ergeben, die nicht nur (menschliche) fischer sondern auch viele tierische jäger anziehen. ausserdem unglaublich viele vögel, u.a. albatrosse.

ich bin in einem etwas schrägen, ältlichen, very-britishen hotel, manches ist etwas heruntergekommen, hat aber charme. und eine super-fischküche ! und auch eine tolle lage, direkt am meer. gleich dahinter kann man stundenlang an der steilküste oben und unten wandern ...

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die heilige schrift kann einem manchmal echt eine stütze sein .... hier: dass einem der himmel nicht auf den kopf fällt ...

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die nächste etappe nach blenheim ist dann nicht sehr weit und führt mich durch immer mehr weinberge bis ganz in den norden der südinsel. hier - im bereich zwischen blenheim und nelson liegt das grösste weinbaugebiet der südinsel. 

von nelson - einem etwas grösseren ort - mache ich einen ausflug an die "golden bay" und komme dabei auch durch grosse obstbaumplantagen.

überhaupt: weinmässig kann man hier gut überleben: es gibt sehr gute weine, viel auswahl in den supermärkten (davon 3/4 einheimisch), weingüter und sogar vineyard-villages ... während sonst neuseeland kein kulinarisches gross-ereignis ist, sondern sich eher amerikanischer "koch-kunst" annähert, finde ich die qualität der weine super ...

am letzten tag geht es dann von nelson nach picton zum fährhafen ... von hier aus verbinden 2 fährlinien (interislander und bluebridge) süd- und nordinsel mehrmals täglich.

ich bin gespannt auf die nordinsel ...  die südinsel hat mich total begeistert - unglaublich schöne natur, sehr vielfältig und diese klänge:  meer, wind, vögel, zikaden ...

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